Cheick Sylla
Geboren 1991 in Abidjan/Côted’Ivoire.
Als dokumentarischer und künstlerischer Fotograf ist er vor allem an Erzählungen, die in einer Region verwurzelt sind, interessiert. Überlieferungen und sich wandelnde Traditionen prägen seine künstlerische Arbeit.
Während der Aktionswoche entstandene Arbeiten
Die Werke (Druck auf Canvas) sind Teil der Wanderausstellung und können – je nach Verfügbarkeit – erworben werden.
Anfragen bitte an welcome@kulturbotschaften.at
Transmission
Dieses Bild symbolisiert die Verbindung zwischen Wein und Erinnerung, zwei Themen der Zeit. Alte Fotografien stehen für Erinnerungen, Weitergabe, gelebte und geteilte Bewegungen, Momente, die wie Wein mit dem Alter besser werden, reifen und an Tiefe gewinnen.
Die aus den Bildern geformte Flasche wird zu einer Metapher für verdichtete Erinnerung, eine „Flasche der Erinnerung”, die diejenigen enthält, die diese Weintradition bis heute fortführen, sodass Wein zu einem Mittel der Würdigung wird: So wie wir eine Flasche aufbewahren, um einen Moment zu feiern, bewahren wir Bilder auf, um uns an ein Leben zu erinnern.
The soul of wine
Dieses Bild erinnert an die unsichtbare Präsenz der Vergangenheit – eine Erinnerung, die noch immer Orte, Gegenstände und Materie erfüllt. Der Keller wird zu einem Raum der Resonanz, in dem sich die Zeit wie Sediment am Boden eines Glases absetzt. Die verschwommene Gestalt verkörpert die verblasste, aber nicht verschwundene menschliche Spur: die Erinnerung an diejenigen, die dort gearbeitet, getrunken und gelebt haben.
Das Glas Wein, klar und präsent, symbolisiert die lebendige Erinnerung, die man noch immer berühren, schmecken und riechen kann. Im Gegensatz dazu verkörpert die Silhouette die immaterielle Erinnerung, die Erinnerung an Gesten, Überlieferungen und Nostalgie.
Souffle du temps
Dieses Bild untersucht die Präsenz der Zeit in der Materie. Die gewebte Flasche, die zentrale Figur, verkörpert die Erinnerung an menschliche Gesten, eine fragile Architektur, in der Natur und Kultur miteinander verflochten sind. Die Flaschen, die sich im Hintergrund wiederholen, werden zu einer Metapher für angesammelte Zeit, für das Fortbestehen der Erinnerung in der Materie.
Das warme, gedämpfte Licht offenbart die Spannung zwischen Leben und Verschwinden: Die Kerzen, die kurz davor sind zu erlöschen, erinnern uns an die Zerbrechlichkeit der Gegenwart. Die gesamte Komposition ist eine visuelle Meditation über die Verwandlung von Obst zu Wein, von Wein zu Erinnerung, von Erinnerung zu Spur.
Zwischen Stille und Dichte hinterfragt dieses Bild, was die Zeit in Objekten hinterlässt und was Menschen von sich selbst in ihnen zurücklassen.


